Direkt zum Inhalt
Soziologie Fernstudium

Wege, Theorien, Methoden, Köpfe

Erklärt

Sozialisation

Sozialisation ist der Prozess, in dem Menschen Normen, Werte und Verhaltensweisen ihrer Gesellschaft erlernen und zu handlungsfähigen Mitgliedern werden.

Sozialisation beschreibt, wie Menschen im Laufe ihres Lebens in soziale Gruppen hineinwachsen und dabei Sprache, Normen, Rollen und Deutungsmuster übernehmen. Familie, Schule, Peergroups und Medien sind die wichtigsten Instanzen. Man unterscheidet oft primäre Sozialisation in der Kindheit von sekundärer Sozialisation in späteren Lebensphasen wie Ausbildung oder Beruf.

Für das Studium ist der Begriff zentral, weil viele Theorien erklären, warum Menschen ähnlich denken oder handeln. Wer Sozialisationsforschung liest, sollte auf die Frage achten, welche Instanz untersucht wird und ob der Text Anpassung oder aktive Aneignung betont. Empirische Arbeiten nutzen dafür etwa Längsschnittstudien, Interviews oder Dokumentenanalysen. Im Studium lässt sich das an Lerngewohnheiten zeigen, die aus Schule und Familie mitgebracht werden.

Ähnliche Stichwörter

  • HabitusHabitus nennt bei Pierre Bourdieu verinnerlichte Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata aus der sozialen Herkunft, die das Verhalten vorstrukturieren.
  • Soziale RolleEine soziale Rolle ist das Bündel von Erwartungen, das an eine Person in einer bestimmten Position gerichtet wird, etwa als Lehrerin, Vater oder Studierende.
  • NormEine soziale Norm ist eine verbindliche Verhaltenserwartung einer Gruppe oder Gesellschaft, deren Einhaltung durch Sanktionen gestützt wird.
  • InstitutionEine Institution ist ein dauerhaftes, durch Normen geordnetes Gefüge sozialer Erwartungen, das bestimmte Aufgaben übernimmt, etwa Familie, Schule oder Recht.