Erklärt
Soziales Feld
Ein soziales Feld ist bei Bourdieu ein Handlungsbereich wie Bildung, Kunst oder Wirtschaft, in dem Akteure um spezifische Güter und Anerkennung konkurrieren.
Ein Feld ist ein relativ eigenständiger Bereich der Gesellschaft mit eigenen Spielregeln, Machtverhältnissen und begehrten Gütern. Akteure bringen je nach Position unterschiedliche Kapitalien mit und nutzen sie, um Plätze im Feld zu verteidigen oder zu verbessern. Wer das Feld beherrscht, legt fest, was als legitim gilt.
Im Studium kann man den Begriff nutzen, um etwa die Wissenschaft als Feld zu analysieren: Wer Zitationen, Stellen und Publikationsorte kontrolliert, bestimmt mit, welche Forschung sichtbar wird. Für eigene Arbeiten hilft das Konzept, Konflikte nicht nur als persönlich, sondern als strukturell bedingt zu lesen.
Ähnliche Stichwörter
- HabitusHabitus nennt bei Pierre Bourdieu verinnerlichte Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata aus der sozialen Herkunft, die das Verhalten vorstrukturieren.
- Kulturelles KapitalKulturelles Kapital sind nach Bourdieu verinnerlichte Bildung, Sprachgewandtheit und Geschmack sowie kulturelle Güter, die soziale Chancen prägen.
- InstitutionEine Institution ist ein dauerhaftes, durch Normen geordnetes Gefüge sozialer Erwartungen, das bestimmte Aufgaben übernimmt, etwa Familie, Schule oder Recht.
- Soziale UngleichheitSoziale Ungleichheit ist die ungleiche Verteilung von Einkommen, Bildung, Macht und Prestige zwischen Gruppen oder Personen einer Gesellschaft.